Daten

Firmenadressen kaufen: Quellen, Preise, DSGVO

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit · Von Ripe Leads

Kurz gesagt

Wer Firmenadressen kauft, bekommt eines von vier Produkten: einen Registerauszug ohne Ansprechpartner, Kontaktdaten mit Name und Funktion, qualifizierte Leads oder Termine, oder geteilte Leads, die auch der Wettbewerb erhält. Der Preis je Adresse sagt wenig; entscheidend ist der Preis je Gespräch, das Ihr Vertrieb führen will. Sobald ein Ansprechpartner im Datensatz steht, gilt die DSGVO mit Art. 6 Abs. 1 lit. f als Grundlage, und für die E-Mail an diese Adresse verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Ripe Leads baut Listen aus Registern statt sie zu kaufen.

Auf dieser Seite
  1. Was Sie beim Kauf von Firmenadressen tatsächlich bekommen
  2. Preise: wie die Anbietertypen abrechnen
  3. DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. f: ab wann die Adresse personenbezogen ist
  4. UWG § 7: Anruf und E-Mail an gekaufte Adressen
  5. Warum wir aus Registern bauen statt zu kaufen
  6. Checkliste vor der Zahlung

"Firmenadressen kaufen" deckt vier verschiedene Produkte ab, und der Preis richtet sich nach dem Produkt, nicht nach der Anzahl der Zeilen. Ein Registerauszug liefert Firmen ohne Ansprechpartner. Eine Kontaktdatenbank liefert Namen und Funktionen. Eine Agentur liefert Antworten oder Termine. Ein Lead-Marktplatz liefert Anfragen, die mehrere Käufer gleichzeitig erhalten. Wer die vier nicht auseinanderhält, vergleicht Angebote, die nichts gemeinsam haben.

Was Sie beim Kauf von Firmenadressen tatsächlich bekommen

ProduktWas Sie bekommenAbrechnungRechtslage für die AnspracheTypisches Risiko
Adressliste (Registerauszug)Firmen ohne Ansprechpartner: Anschrift, Branche, GrößenklassePro Datensatz oder Pauschale je Export, oft mit zeitlich begrenztem NutzungsrechtDaten juristischer Personen ohne Personenbezug fallen nicht unter die DSGVOVeralteter Bestand, fehlende Größenklasse, keine Erreichbarkeit
Kontaktdaten mit AnsprechpartnerName, Funktion, geschäftliche E-Mail, oft TelefonAbonnement mit Kontingent oder Preis je KontaktDatenhaltung über Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO; E-Mail ohne Einwilligung nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG angreifbarBounce-Rate, Fluktuation, fehlende Ausschlüsse
Qualifizierte Leads und TermineAntworten oder Termine nach vereinbartem KriteriumPro Lead, pro Termin oder als MonatspauschaleDie Agentur trägt die Ansprache; der Vertrag regelt, wer Verantwortlicher istWeiche Qualifizierungskriterien, Termine ohne Bedarf
Geteilte Leads (Shared Leads)Anfragen aus Vergleichsportalen, an mehrere Anbieter verkauftPro LeadEinwilligung des Anfragenden liegt beim PortalMehrere Wettbewerber rufen dieselbe Person an

Die Tabelle ist dieselbe, mit der wir auf der Seite zu den Preismodellen von Leadgenerierungs-Agenturen arbeiten; dort steht sie neben den Abrechnungsmodellen der Agenturen. Hier geht es nur um die ersten beiden Zeilen, also um das, was im Suchbegriff "Firmenadressen kaufen" tatsächlich gemeint ist.

Preise: wie die Anbietertypen abrechnen

Preislisten für Firmenadressen lassen sich nicht sinnvoll in einer Tabelle vergleichen, weil die Anbieter verschiedene Dinge zählen: Datensätze, Exporte, Kontingente pro Monat, Nutzungsdauer. Ein Preis je 1.000 Adressen bei einem Registeranbieter und ein Preis je 1.000 Kontakte bei einer Kontaktdatenbank beschreiben zwei verschiedene Produkte. Diese Seite nennt deshalb keine Fremdpreise; jeder Betrag, den Sie hier lesen würden, wäre ohne Quelle und Vertrag nur eine Behauptung.

Die Rechnung, die stattdessen funktioniert: Preis je Gespräch. Teilen Sie den Gesamtpreis einer Liste durch die Zahl der Gespräche, die Ihr Vertrieb daraus tatsächlich führt, nach Bounces, nach Ausschlüssen, nach den Kontakten, die die Firma längst verlassen haben. Gekaufte Adressen sind im Listenpreis billig und in dieser Rechnung selten. Sie erzeugen hohe Bounce-Quoten, beschädigen die Versanddomain, die Sie im nächsten Jahr noch brauchen, und ein gekaufter Kontakt hat kein Interesse signalisiert.

Zum Vergleich der eigene Preis: Ripe Leads kostet 3.750 € für den ersten Monat inklusive Einrichtung und Start, danach 2.850 € im Monat, kündbar jeden Monat mit 28 Tagen Frist. Darin enthalten sind Liste, Domains, Texte, Versand und die Weiterleitung jeder Antwort. Die Details stehen auf der Preisseite.

DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. f: ab wann die Adresse personenbezogen ist

Eine Firmenadresse ohne Person, also "Muster GmbH, Industriestraße 1, Branche Maschinenbau", ist kein personenbezogenes Datum. Die DSGVO greift, sobald ein Ansprechpartner mit Namen dazukommt, etwa ein Geschäftsführer oder eine Einkaufsleiterin mit ihrer geschäftlichen E-Mail-Adresse. Bei Einzelunternehmern ist bereits der Firmenname personenbezogen.

Für diesen Fall kommt Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO als Rechtsgrundlage in Betracht: das berechtigte Interesse. Es verlangt eine Abwägung zwischen Ihrem Interesse an der Ansprache und den Interessen der betroffenen Person, eine Informationspflicht nach Art. 14 DSGVO, weil Sie die Daten nicht bei der Person selbst erhoben haben, und ein Widerspruchsrecht, das sofort und dauerhaft wirkt. Wie die Abwägung im Vertrieb aussieht und wo sie scheitert, steht im Leitfaden Berechtigtes Interesse vs. Einwilligung bei der Kaltakquise.

Beim Kauf verschiebt sich die Verantwortung. Der Anbieter muss die Daten rechtmäßig erhoben haben; Sie werden mit dem Kauf selbst Verantwortlicher für die weitere Verarbeitung. Ein Löschersuchen landet bei Ihnen, und es muss auch beim Anbieter umgesetzt werden können. Fragen Sie vor dem Kauf, aus welcher Quelle jeder Kontakt stammt und ob der Anbieter weiß, wofür Sie die Daten einsetzen.

UWG § 7: Anruf und E-Mail an gekaufte Adressen

Die DSGVO beantwortet, ob Sie die Daten halten dürfen. Ob Sie die Person damit ansprechen dürfen, regelt in Deutschland § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, und das ist die Vorschrift, an der gekaufte Adressen in der Praxis scheitern.

Für den Anruf gilt § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG: Werbung mit einem Telefonanruf ist unzulässig "gegenüber einem Verbraucher ohne dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung oder gegenüber einem sonstigen Marktteilnehmer ohne dessen zumindest mutmaßliche Einwilligung". Für einen Geschäftskunden reicht also die mutmaßliche Einwilligung, die sich aus einem sachlichen Interesse an Ihrem Angebot ergeben kann. Was das im Einzelfall heißt, steht im Leitfaden Kaltakquise per Telefon: Rechtslage.

Für die E-Mail gilt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG: Werbung "unter Verwendung einer automatischen Anrufmaschine, eines Faxgerätes oder elektronischer Post" ist unzulässig, "ohne dass eine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten vorliegt". Eine Ausnahme nach Absatz 3 gibt es nur für Bestandskunden, deren Adresse Sie beim Verkauf erhalten haben, für ähnliche Waren oder Dienstleistungen und mit Hinweis auf den Widerspruch. Eine gekaufte E-Mail-Adresse erfüllt keine dieser Bedingungen. Wie eine E-Mail-Ansprache in Deutschland trotzdem rechtskonform aufgebaut wird, erklärt Kaltakquise per E-Mail und DSGVO.

Warum wir aus Registern bauen statt zu kaufen

Ripe Leads kauft keine Adressbestände. Die Liste für eine Kampagne entsteht aus dem Handelsregister oder dem jeweiligen nationalen Register, gefiltert nach Branche, Größenklasse und Region, ergänzt um Ansprechpartner aus öffentlich zugänglichen Firmenangaben, und jede Adresse wird vor dem Versand geprüft. Das dauert länger als ein Download und liefert eine Liste, deren Herkunft wir für jeden Datensatz benennen können.

Wie groß die Grundgesamtheit ist, aus der eine solche Liste geschnitten wird, steht in Wie viele Unternehmen gibt es in Deutschland?: 3.543.865 Rechtliche Einheiten im Berichtsjahr 2024, davon 209.815 im Verarbeitenden Gewerbe und 18.632 mit 250 oder mehr Beschäftigten. Für Polen und Litauen haben wir die Methode mit Quellen und Lücken offengelegt: B2B-Firmendatenbank Polen und Litauen: die Methodik. Die polnische Datenbank umfasst 734.565 aktive Unternehmen, von denen 161.141 eine Domain haben.

Welche Quellen es in Europa neben den nationalen Registern gibt, von Eurostat bis zu kommerziellen Datenanbietern, und welche Fragen Sie jedem Anbieter stellen sollten, fasst unser englischer Leitfaden B2B data sources in Europe zusammen. Das Ergebnis dieser Arbeit sehen Sie in den Kampagnenergebnissen, mit erreichten Personen, Antworten und dem Nenner jeder Quote.

Checkliste vor der Zahlung

Sechs Fragen an jeden Anbieter von Firmenadressen. Ein "das wissen wir nicht" ist eine Antwort.

  1. Aus welchem Register oder welcher Quelle stammen die Firmen, und wann war der letzte Abgleich? Ein Datum, kein Adjektiv.
  2. Woher stammt jede E-Mail-Adresse, und wann wurde sie zuletzt verifiziert? Eine aus dem Muster vorname.nachname@firma.de abgeleitete Adresse ist eine Vermutung, bis sie geprüft ist.
  3. Welche Bounce-Quote garantiert der Anbieter, und was passiert darüber? Ein seriöser Anbieter nennt eine Zahl und schreibt Datensätze darüber gut.
  4. Welche Rechtsgrundlage nennt der Anbieter für die Erhebung, und liefert er die Information nach Art. 14 DSGVO mit? Wenn nicht, müssen Sie sie selbst erfüllen.
  5. Kann der Anbieter ein Löschersuchen umsetzen? Der Widerspruch landet bei Ihnen, die Daten müssen auch an der Quelle verschwinden.
  6. Was gehört Ihnen nach dem Kauf? Eine Datei, ein Jahr Zugang oder die Liste nach der Kampagne. Der Vertrag beantwortet das, nicht das Angebot.

Fallen die Antworten gut aus, kaufen Sie zuerst eine Stichprobe von zwanzig Datensätzen und prüfen Sie jeden im Handelsregister und auf der Firmenwebsite: Existiert die Firma, ist sie aktiv, arbeitet die Person noch in der genannten Funktion? Zwanzig Datensätze sind eine halbe Stunde Arbeit und der günstigste Test, den es gibt. Wie Sie danach die Zielgruppe schneiden, steht in Zielgruppenanalyse B2B.

Häufige Fragen

Ist es legal, Firmenadressen zu kaufen?
Ja. Daten juristischer Personen ohne Personenbezug fallen nicht unter die DSGVO. Sobald ein Ansprechpartner mit Namen dabei ist, gilt sie, und Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO kommt als Grundlage für die Verarbeitung in Betracht, verbunden mit der Informationspflicht nach Art. 14 und einem Widerspruchsrecht. Ob Sie die Person anrufen oder anschreiben dürfen, regelt getrennt davon § 7 UWG.
Darf ich gekaufte E-Mail-Adressen für Kaltakquise nutzen?
Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG ist Werbung per elektronischer Post ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten unzulässig, auch gegenüber Unternehmen. Die Ausnahme in Absatz 3 gilt nur für Bestandskunden, deren Adresse Sie beim Verkauf erhalten haben. Eine gekaufte Adresse erfüllt diese Bedingung nicht.
Darf ich gekaufte Firmenadressen für Telefonakquise nutzen?
Gegenüber einem sonstigen Marktteilnehmer, also einem Unternehmen, verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG eine zumindest mutmaßliche Einwilligung. Sie kann sich aus einem sachlichen Interesse des Angerufenen an Ihrem Angebot ergeben. Gegenüber Verbrauchern ist eine vorherige ausdrückliche Einwilligung nötig.
Was kosten Firmenadressen?
Die Anbieter rechnen pro Datensatz, pro Export, im Abonnement mit Kontingent oder pro Lead ab, und sie zählen verschiedene Dinge. Ein Vergleich je 1.000 Adressen zwischen diesen Modellen sagt nichts aus. Rechnen Sie mit dem Preis je Gespräch, das Ihr Vertrieb aus der Liste tatsächlich führt. Ripe Leads kostet 3.750 € im ersten Monat und danach 2.850 € im Monat, Liste und Versand inklusive.
Was ist der Unterschied zwischen Firmenadressen und Leads?
Firmenadressen sind Datensätze zu Unternehmen, mit oder ohne Ansprechpartner, die noch kein Interesse gezeigt haben. Ein Lead ist eine Person oder Firma, die auf eine Ansprache reagiert hat oder eine Anfrage gestellt hat. Adressen kaufen Sie als Datei; Leads liefert eine Agentur oder ein Portal nach einem vereinbarten Kriterium.

Lieber nicht selbst aufbauen?

Wir übernehmen Zielgruppe, Daten, Texte und Nachfassen als Komplettservice und leiten die interessierten Antworten direkt in Ihr Postfach. Den Abschluss machen Sie.

Strategiegespräch buchen Oder zuerst eine kostenlose Zielliste erhalten