Wie viele Unternehmen gibt es in Deutschland?
Kurz gesagt
3.543.865 Rechtliche Einheiten führte das Statistische Unternehmensregister für das Berichtsjahr 2024, veröffentlicht am 1. Dezember 2025. 3.011.214 davon haben weniger als zehn Beschäftigte, 18.632 haben 250 oder mehr. Eurostat zählt für 2023 nach engerer Abgrenzung 3.190.747 aktive Unternehmen. Welche Zahl Sie nehmen, hängt davon ab, ob Sie Steuerpflichtige oder Marktteilnehmer zählen wollen. Für eine Zielliste zählt nur der Ausschnitt, den Sie tatsächlich ansprechen.
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In Deutschland gab es 2024 insgesamt 3.543.865 Rechtliche Einheiten. So zählt das Statistische Unternehmensregister von Destatis, Berichtsjahr 2024, veröffentlicht am 1. Dezember 2025. Destatis selbst rundet auf "3,5 Millionen". Gezählt wird jede Einheit mit Umsatzsteuer-Voranmeldung oder Beschäftigten im Jahr 2024 und Sitz in Deutschland: eine natürliche Person mit Gewerbe, eine GmbH, eine AG, eine OHG.
Die Zahl: 3.543.865 Rechtliche Einheiten
Die Zahl umfasst die Wirtschaftsabschnitte B bis N und P bis S. Land- und Forstwirtschaft (Abschnitt A) und die öffentliche Verwaltung (Abschnitt O) sind nicht enthalten. Wer "alle Firmen" meint, erhält deshalb je nach Quelle eine andere Zahl, und der Abschnitt weiter unten erklärt, warum Eurostat auf 3,19 Millionen kommt.
Ein Hinweis, den Destatis selbst voranstellt: Ab dem Berichtsjahr 2024 werden die Beschäftigtenmerkmale nach dem sogenannten Jobkonzept erfasst. Ein Vergleich mit dem Vorjahr "ist daher nicht sinnvoll". Diese Seite verzichtet deshalb auf eine Wachstumsrate gegenüber 2023 und nennt nur die Bestandszahlen für 2024.
Nach Größenklasse: 84 Prozent unter zehn Beschäftigte
Destatis gliedert die Rechtlichen Einheiten nach abhängig Beschäftigten. Die Verteilung zeigt, wie klein der deutsche Unternehmensbestand im Durchschnitt ist.
| Beschäftigtengrößenklasse | Rechtliche Einheiten 2024 | Anteil |
|---|---|---|
| 0 bis unter 10 | 3.011.214 | 85,0 % |
| 10 bis unter 50 | 429.318 | 12,1 % |
| 50 bis unter 250 | 84.701 | 2,4 % |
| 250 und mehr | 18.632 | 0,5 % |
| Insgesamt | 3.543.865 | 100 % |
Destatis schreibt in der Pressemitteilung von "84 %" für Einheiten mit weniger als zehn Beschäftigten; die Tabelle ergibt 85,0 %, die Differenz liegt an der Rundung und an der Abgrenzung der Beschäftigtenzahl im Jobkonzept. Beide Werte sagen dasselbe: Von sechs Unternehmen in Deutschland haben fünf keine zehn Mitarbeitenden.
Die Frage "Wie viele KMU gibt es in Deutschland?" beantwortet dieselbe Tabelle: Unter 250 Beschäftigten liegen 3.525.233 Einheiten, also 99,5 % des Bestands. Nur 18.632 Rechtliche Einheiten haben 250 Beschäftigte oder mehr. Wer "den Mittelstand" als Zielgruppe nennt, meint in der Praxis fast immer die 429.318 Einheiten mit 10 bis unter 50 und die 84.701 mit 50 bis unter 250 Beschäftigten, zusammen 514.019 Unternehmen.
Nach Branche: 17 Wirtschaftsabschnitte
Die Gliederung nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2008 zeigt, wo die Masse sitzt. Jede Rechtliche Einheit wird dem Abschnitt ihrer wirtschaftlichen Haupttätigkeit zugeordnet.
| WZ 2008 | Wirtschaftsabschnitt | Rechtliche Einheiten 2024 |
|---|---|---|
| G | Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen | 557.277 |
| M | Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen | 528.276 |
| F | Baugewerbe | 388.229 |
| Q | Gesundheits- und Sozialwesen | 271.527 |
| N | Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen | 249.523 |
| I | Gastgewerbe | 245.555 |
| L | Grundstücks- und Wohnungswesen | 240.013 |
| S | Sonstige Dienstleistungen | 238.082 |
| C | Verarbeitendes Gewerbe | 209.815 |
| J | Information und Kommunikation | 142.712 |
| R | Kunst, Unterhaltung und Erholung | 114.772 |
| H | Verkehr und Lagerei | 107.052 |
| P | Erziehung und Unterricht | 81.807 |
| K | Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | 81.464 |
| D | Energieversorgung | 74.485 |
| E | Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung | 11.366 |
| B | Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden | 1.910 |
Zwei Abschnitte stellen zusammen fast ein Drittel aller Einheiten: der Handel mit 557.277 und die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 528.276. Das Verarbeitende Gewerbe, das in Verkaufsgesprächen oft als "die deutsche Industrie" auftritt, zählt 209.815 Rechtliche Einheiten, also knapp sechs Prozent des Bestands. Wer Maschinenbauer oder Zulieferer sucht, arbeitet mit einem kleinen, gut abgegrenzten Ausschnitt.
Die 74.485 Einheiten in der Energieversorgung zeigen die Zählweise: Jede Rechtliche Einheit mit Umsatzsteuer-Voranmeldung zählt, auch eine Gesellschaft, die eine einzelne Anlage betreibt. Für eine B2B-Zielliste "Energieversorger" ist die Abschnittszahl deshalb kein brauchbarer Startwert; dort braucht es die Untergliederung nach WZ-Klassen.
Destatis oder Eurostat: warum zwei Zahlen kursieren
Suchen Sie nach der Anzahl der Unternehmen in Deutschland, finden Sie neben den 3,5 Millionen von Destatis auch "3,2 Millionen". Diese zweite Zahl stammt aus der Unternehmensdemografie von Eurostat: 3.190.747 aktive Unternehmen im Jahr 2023 für die Abschnitte B bis S ohne öffentliche Verwaltung und ohne Interessenvertretungen. Für 2024 nennt Eurostat vorläufig ebenfalls 3,2 Millionen.
Die Differenz von rund 350.000 ist kein Fehler, sondern eine andere Abgrenzung. Destatis zählt Rechtliche Einheiten, also jede steuerlich oder sozialversicherungsrechtlich sichtbare Einheit. Eurostat zählt Unternehmen der Marktwirtschaft nach einer harmonisierten Definition, in der mehrere Rechtliche Einheiten zu einem Unternehmen gehören können und bestimmte Abschnitte wegfallen. Beide Zahlen sind richtig; sie beantworten verschiedene Fragen.
Für den Vergleich mit anderen Ländern ist die Eurostat-Reihe die bessere Wahl, weil sie für alle 27 Mitgliedstaaten gleich gerechnet wird: Polen 2.746.431, Frankreich 5.382.659, Italien 4.616.886, die EU insgesamt 33.311.582 aktive Unternehmen im Jahr 2023. Die Übersicht nach Ländern steht in unserem englischen Beitrag How many companies are there in Europe?.
Was die Zahl für eine Zielliste bedeutet
Die 3,5 Millionen sind eine Obergrenze, kein Markt. Wer eine Zielgruppe im B2B definiert, streicht in drei Schritten den größten Teil davon weg: Erst fällt die Größenklasse heraus, die den Kaufprozess nicht trägt, dann die Branche, dann die Region. Aus 3.543.865 werden so schnell wenige tausend, und das ist für eine Outbound-Kampagne eine gute Zahl.
Ein Beispiel mit den Tabellen oben: Ein Anbieter von Wartungssoftware für Produktionsanlagen beginnt bei 209.815 Einheiten im Verarbeitenden Gewerbe. Die 10-bis-unter-50-Klasse hat in der Regel keinen eigenen Instandhaltungsleiter; ab 50 Beschäftigten gibt es die Rolle. Die Größenklassen 50 und mehr stellen über alle Abschnitte 103.333 Einheiten, im Verarbeitenden Gewerbe einen Bruchteil davon. Die genaue Schnittmenge liefert erst das Register selbst, nicht die Abschnittstabelle; wie Sie dafür Ihre Zielgruppe analysieren, steht in einem eigenen Leitfaden.
Die Zahl sagt außerdem nichts über die Erreichbarkeit. Eine GmbH ohne Website, ohne Ansprechpartner und ohne E-Mail-Adresse zählt im Register genauso wie ein Konzern. Für die Ansprache per E-Mail gilt in Deutschland zudem § 7 UWG neben der DSGVO; wer die Rechtslage vor der Liste klärt, baut die Liste anders.
Vom Register zur Zielliste: so gehen wir vor
Ripe Leads baut Ziellisten aus Registerdaten statt aus gekauften Adressbeständen. Das Vorgehen haben wir für Polen und Litauen offengelegt, mit Quellen, Aktualisierungsrhythmus und den Lücken, die wir nicht füllen können: B2B-Firmendatenbank Polen und Litauen: die Methodik. Für Deutschland gilt derselbe Weg: Abschnitt und Größenklasse aus dem Register, Ansprechpartner und Adresse aus öffentlich zugänglichen Firmenangaben, Prüfung jeder Adresse vor dem Versand.
Wer stattdessen Adressen kaufen möchte, sollte vorher wissen, was er bekommt. Was ein Registerauszug enthält, was ein angereicherter Kontaktdatensatz enthält und wo die DSGVO greift, steht im Leitfaden Firmenadressen kaufen: Quellen, Preise, DSGVO. Welche Datenquellen es in Europa außerhalb der nationalen Register gibt, führt B2B data sources in Europe auf.
Der Preis für eine komplette Kampagne mit Liste, Domains, Texten und Versand steht auf der Preisseite: 3.750 € im ersten Monat inklusive Einrichtung, danach 2.850 € im Monat, kündbar jeden Monat mit 28 Tagen Frist.
Quellen und Stand
Alle Zahlen zu Rechtlichen Einheiten stammen aus dem Statistischen Unternehmensregister des Statistischen Bundesamts, Berichtsjahr 2024, Tabellen "Rechtliche Einheiten nach Beschäftigtengrößenklassen und Wirtschaftsabschnitten" vom 1. Dezember 2025. Die Eurostat-Zahlen stammen aus der Tabelle bd_size (Unternehmensdemografie nach Größenklasse), Stand 16. Oktober 2026, Berichtsjahr 2023.
Beide Quellen wurden am 21. Oktober 2026 abgerufen. Eine Gliederung nach Bundesländern veröffentlicht Destatis nur in der Datenbank GENESIS-Online (Tabelle 52111); diese Seite nennt deshalb keine Länderzahlen. Das Berichtsjahr 2024 erschien am 1. Dezember 2025, rund ein Jahr nach Ende des Berichtsjahres.
Häufige Fragen
Wie viele Unternehmen gibt es in Deutschland 2026?
Wie viele KMU gibt es in Deutschland?
Warum nennt Eurostat nur 3,2 Millionen Unternehmen?
Welche Branche hat die meisten Unternehmen in Deutschland?
Wie viele Unternehmen gibt es pro Bundesland?
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