Was kostet eine B2B-Outbound-Agentur in Deutschland 2026?
Kurz gesagt
Ein B2B-Outbound-Preis ohne Quellenangabe ist keine Orientierung. Diese Seite vergleicht drei Preismodelle, Retainer, SDR-Aufstockung und Festpreis, anhand von acht öffentlich dokumentierten Agenturen mit Stand 2026-09-08 und ordnet die Zahlen der jeweiligen Quelle zu, ergänzt um Ripe Leads mit 3.750 € im ersten Monat, danach 2.850 € monatlich, als eines von mehreren Modellen, nicht als Maßstab.
Auf dieser Seite
- Warum ein Preisvergleich hier auf öffentliche Quellen beschränkt bleibt
- Modell eins: der monatliche Retainer
- Modell zwei: die SDR-Aufstockung
- Modell drei: der Festpreis
- Die Vergleichstabelle mit Quellenangabe
- Was in einem genannten Preis meist nicht enthalten ist
- Wie man eine Preisangabe im Verkaufsgespräch einordnet
Warum ein Preisvergleich hier auf öffentliche Quellen beschränkt bleibt
Die meisten Preisangaben zu B2B-Outbound-Agenturen im Netz sind entweder Eigenaussagen der Agentur selbst oder unbelegte Schätzungen aus Vergleichsportalen. Diese Seite unterscheidet konsequent zwischen beidem: eine Agentur, die ihren Preis selbst veröffentlicht, und eine Drittanbieter-Schätzung, deren Herkunft benannt wird.
Keine der hier genannten acht Agenturen hat ihren Hauptsitz in Deutschland, sie bedienen den deutschen Markt aus dem Ausland, was in dieser Branche eher die Regel als die Ausnahme ist. Deutschsprachige Anbieter mit vollständig öffentlicher Preisliste waren zum Stand der Recherche nicht auffindbar, die hier genannten Zahlen dienen als internationale Vergleichsgröße für ein deutsches Budget, nicht als abschließende Marktabdeckung.
Alle Beträge werden hier bewusst in der Originalwährung genannt, meist US-Dollar, statt in Euro umgerechnet. Eine Umrechnung zum Tageskurs würde eine Genauigkeit vortäuschen, die die zugrunde liegenden Zahlen selbst nicht hergeben, viele davon sind ohnehin Spannen oder Drittanbieter-Schätzungen, keine exakten Vertragspreise. Wer einen konkreten Euro-Betrag für die eigene Budgetplanung braucht, sollte ihn direkt im Angebot der jeweiligen Agentur abfragen, nicht aus dieser Tabelle ableiten.
Alle Angaben stammen aus einer Recherche vom 8. September 2026. Clutch- und Anbieterangaben ändern sich, wer diese Zahlen für ein eigenes Budget verwendet, sollte die Quelle vor einer Entscheidung erneut prüfen.
Die acht Agenturen sind bewusst so ausgewählt, dass für jede mindestens eine öffentlich nachprüfbare Preisangabe vorliegt, ob als eigene Veröffentlichung oder als benannte Drittanbieter-Schätzung. Agenturen, für die zum Recherchezeitpunkt überhaupt keine belastbare Preisangabe auffindbar war, sind hier bewusst ausgelassen, eine leere Preiszeile wäre nur eine Lücke in der Tabelle.
Modell eins: der monatliche Retainer
Der Retainer ist das häufigste Modell: eine feste monatliche Gebühr für laufende Kampagnenarbeit, unabhängig von der Zahl der Antworten oder Termine. CIENCE Technologies nennt ein Kampagnenmanagement ab etwa 2.499 US-Dollar monatlich, zusätzlich zu einem einmaligen GTM-Setup ab rund 5.000 US-Dollar.
Für Belkins und SalesNash liegt kein öffentlicher Retainer-Preis vor, nur Drittanbieter-Schätzungen: für Belkins 2.000 bis über 14.800 US-Dollar monatlich bei einem Mindestprojekt von rund 10.000 US-Dollar, für SalesNash 2.000 bis über 10.000 US-Dollar monatlich. Martal Group nennt auf der eigenen Website Einstiegstarife ab 4.500 US-Dollar monatlich, während eine Drittanbieter-Auswertung eine Spanne von 4.100 bis 10.500 US-Dollar nennt, ein Beispiel dafür, dass Eigenaussage und Drittschätzung auch bei derselben Agentur auseinanderlaufen können.
Diese Spanne ist kein Zufall, sie entsteht meist aus unterschiedlichen Vertragsvolumina innerhalb derselben Agentur, ein kleiner Kunde mit begrenztem Zielmarkt zahlt einen anderen Retainer als ein Kunde mit mehreren parallelen Kampagnen. Eine reine Spanne ohne Kontext, welches Volumen zu welchem Preis gehört, ist deshalb nur ein grober erster Anhaltspunkt, keine Kalkulationsgrundlage für ein eigenes Budget.
Modell zwei: die SDR-Aufstockung
Bei der SDR-Aufstockung stellt die Agentur zusätzliches Vertriebspersonal, das die Kampagne fährt, oft als Zuschlag zum Grundretainer. CIENCE nennt hierfür 1.500 bis 5.500 US-Dollar monatlich je nach Umfang. Dieses Modell eignet sich besonders für Unternehmen, die die Kampagnenstrategie selbst steuern wollen, aber keine eigene Kapazität für die Ausführung haben, etwa ein internes Vertriebsteam, das die Zielgruppe und Botschaft definiert, aber niemanden für den täglichen Versand abstellen kann.
Cleverly geht bei der Preistransparenz einen Schritt weiter und veröffentlicht feste Monatspreise nach Kanal statt nach Personentagen: LinkedIn-Leadgenerierung 397 bis 997 US-Dollar monatlich, Cold Email 1.995 US-Dollar monatlich, Cold Calling 3.995 US-Dollar monatlich, LinkedIn Ads 999 bis 2.999 US-Dollar monatlich. Das erlaubt einen direkten Kanalvergleich, den die übrigen sieben Agenturen in dieser Liste nicht ermöglichen.
Der Kanalvergleich selbst zeigt eine erwartbare Reihenfolge: LinkedIn-Leadgenerierung ist mit 397 bis 997 US-Dollar monatlich der günstigste Einstieg, Cold Calling mit 3.995 US-Dollar der teuerste, weil es den höchsten Personalaufwand pro Kontakt verlangt. Für ein deutsches Budget ist diese Reihenfolge nur bedingt übertragbar, LinkedIn als Erstkontakt ist im deutschen B2B-Markt ohnehin der praktikablere Kanal, aus denselben rechtlichen Gründen, die an anderer Stelle auf dieser Website zur Kaltakquise per E-Mail erklärt werden.
Modell drei: der Festpreis
Beim Festpreis zahlt der Kunde einen im Vertrag genannten Betrag, unabhängig von Kanal oder Personaltagen, meist mit einer höheren ersten Zahlung für den Aufbau und einer niedrigeren monatlichen Folgezahlung. Unter den international dokumentierten Agenturen in dieser Liste veröffentlicht keine ein reines Festpreismodell in dieser Form, ihre Preise folgen alle einer laufenden Retainer- oder Kanallogik statt einer festen zweistufigen Struktur.
Ripe Leads arbeitet nach diesem dritten Modell: 3.750 € im ersten Monat, danach 2.850 € monatlich, ohne Mindestlaufzeit. Das deckt Listenaufbau, Versandinfrastruktur und laufende Kampagnenarbeit in einem Betrag ab, statt Setup und laufende Gebühr als zwei getrennte Positionen zu führen. Das ist eines von drei zulässigen Modellen, keine Norm, an der die übrigen sieben Agenturen gemessen werden sollten, sie arbeiten mit einem anderen, ebenso legitimen Ansatz.
Der praktische Vorteil eines Festpreises liegt in der Planbarkeit: ein Einkäufer weiß vor Vertragsabschluss genau, was die ersten zwölf Monate kosten, ohne eine Setup-Gebühr, einen SDR-Zuschlag oder einen Kanalpreis addieren zu müssen. Der Nachteil ist die geringere Flexibilität, wenn der tatsächliche Bedarf während der Laufzeit deutlich vom ursprünglichen Umfang abweicht, ein Retainer- oder Kanalmodell lässt sich in solchen Fällen granularer nachjustieren als ein einzelner Festbetrag.
Die Vergleichstabelle mit Quellenangabe
Die folgende Tabelle ordnet acht Agenturen ihrem jeweiligen Preismodell zu, mit Angabe, ob der Preis von der Agentur selbst veröffentlicht wurde oder aus einer Drittanbieter-Schätzung stammt. Ripe Leads steht am Ende, nicht an erster Stelle.
| Agentur | Modell | Preis (Quelle) | Status |
|---|---|---|---|
| Belkins | Retainer | 2.000–14.800+ US$/Monat, Mindestprojekt ca. 10.000 US$ | Drittanbieter-Schätzung |
| CIENCE Technologies | Retainer + SDR-Zuschlag | Setup ab 5.000 US$, ab 2.499 US$/Monat, SDR 1.500–5.500 US$/Monat | von der Agentur veröffentlicht |
| Cleverly | Kanalpreis | 397–3.995 US$/Monat je nach Kanal | von der Agentur veröffentlicht |
| Martal Group | Retainer | ab 4.500 US$/Monat (eigene Angabe); 4.100–10.500 US$/Monat (Drittschätzung) | teils veröffentlicht, teils geschätzt |
| SalesNash | Retainer | 2.000–10.000+ US$/Monat | Drittanbieter-Schätzung |
| SalesHive | Retainer nach Personalstandort | 4.000–12.000 US$/Monat | von der Agentur veröffentlicht |
| Pearl Lemon | Projekt / Stundensatz | ab 1.000 US$ Mindestprojekt, geschätzt 50–99 US$/Stunde | teils veröffentlicht, teils geschätzt |
| Ripe Leads | Festpreis | 3.750 € im ersten Monat, danach 2.850 €/Monat | von der Agentur veröffentlicht |
SalesHive veröffentlicht mit 4.000 bis 12.000 US-Dollar monatlich, gestaffelt nach Standort des eingesetzten Personals, USA-Personal 5.000 bis 12.000 US-Dollar, Philippinen-Personal ab rund 4.000 US-Dollar, eine der wenigen vollständig transparenten Preisangaben in dieser Liste, bei monatlich kündbaren Verträgen. Pearl Lemon nennt ein Mindestprojekt ab 1.000 US-Dollar bei einem geschätzten Stundensatz von 50 bis 99 US-Dollar, mit Projektvolumina von 2.000 bis über 50.000 US-Dollar je nach Umfang.
Die Spannbreite über alle acht Agenturen hinweg reicht damit von unter 400 US-Dollar monatlich für einen einzelnen Kanal bei Cleverly bis zu Projektsummen von über 50.000 US-Dollar bei einem größeren Pearl-Lemon-Engagement. Diese Bandbreite allein zeigt, warum ein Preisvergleich ohne Modellangabe wenig aussagt, ein Zahlenwert ohne Angabe, ob er einen Kanal, einen vollständigen Retainer oder ein einmaliges Projekt beschreibt, lässt sich nicht sinnvoll gegen einen anderen Zahlenwert stellen.
Was in einem genannten Preis meist nicht enthalten ist
Ein genannter Monatspreis beantwortet selten, was er umfasst. Häufige Zusatzkosten, die getrennt abgerechnet werden: ein einmaliges Setup, wie bei CIENCE mit rund 5.000 US-Dollar, Kosten für Datenanreicherung oder Kontaktlisten, die manche Agenturen extern zukaufen, sowie Kosten für Versandinfrastruktur wie zusätzliche Domains und Postfächer, die bei einem größeren Kampagnenvolumen notwendig werden.
Eine zweite häufige Lücke: die Frage, ob der genannte Preis eine Mindestlaufzeit voraussetzt. Ein niedrigerer Monatspreis mit sechs oder zwölf Monaten Bindung ist über die Gesamtlaufzeit oft teurer als ein höherer Preis ohne Bindung, ein Vergleich, der sich nur mit der tatsächlichen Vertragsdauer sauber rechnen lässt, nicht mit dem isolierten Monatsbetrag.
Eine dritte, seltener genannte Lücke betrifft Sprache und Lokalisierung. Ein internationaler Anbieter, der einen Preis in US-Dollar nennt, kalkuliert diesen meist für eine englischsprachige Kampagne. Eine deutschsprachige Ansprache, die im deutschen Markt aus den bereits genannten Gründen den besseren Rücklauf erzielt, verlangt zusätzliche Übersetzungs- oder Texterstellungsarbeit, die im internationalen Grundpreis selten enthalten ist und separat verhandelt werden muss.
Wie man eine Preisangabe im Verkaufsgespräch einordnet
Drei Fragen ordnen jede genannte Zahl ein, unabhängig von der Agentur: Ist das der volle Preis oder nur der Grundretainer ohne Setup und Zusatzkosten? Gilt der Preis für eine Mindestlaufzeit, und wenn ja, für wie lange? Was ist im Preis enthalten, Listenaufbau, Versandinfrastruktur, Texterstellung, oder werden diese Punkte separat berechnet?
Eine Agentur, die auf alle drei Fragen ohne Umweg antwortet, macht den Vergleich mit einem anderen Angebot rechnerisch möglich. Eine Agentur, die die zweite oder dritte Frage ausweicht, macht den auf der Website genannten Preis faktisch unvergleichbar, unabhängig davon, wie niedrig er wirkt.
Eine vierte, ergänzende Frage lohnt sich speziell für den deutschen Markt: Ist die deutschsprachige Ansprache im genannten Preis bereits enthalten, oder wird sie als Zusatzleistung berechnet? Eine Agentur, die diesen Punkt von sich aus anspricht, ohne dass danach gefragt werden muss, hat den deutschen Markt vermutlich bereits öfter bedient als eine, die ihn erst auf Nachfrage klärt.
Häufige Fragen
Was kostet eine B2B-Outbound-Agentur im Retainer-Modell?
Was kostet eine SDR-Aufstockung zusätzlich zum Grundretainer?
Was kostet Ripe Leads im Vergleich zu diesen Modellen?
Warum sind die meisten genannten Preise nicht direkt vergleichbar?
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